Dezember 1995 Nr. 2/95

Wo ist er?

Zu Beginn der Volleyballsaison war er noch da - jetzt ist er weg! Niemand weiß, wo er geblieben ist. Keinen Abschiedsbrief, keinen Anruf aus einer Telefonzelle, keinen Hinweis auf seinen Aufenhaltsort hat er uns hinterlassen. Lösegeldforderungen sind ebenfalls nicht eingegangen.

Auch der herzzerreißende Auftriff bei "Bitte melde Dich!" blieb ungehört.

Fest steht, er muß weit weg sein, denn sonst würde er sich ohne Zweifel bei uns melden. Wir sind besorgt um sein Wohlergehen - und außerdem hat er das Trikot mit der Nummer 1 mitgenommen!

Der große Turnierreport !!

Abenteuerliches aus In- und Ausland


Exklusiv!

Der Mannschaftsbus der FT Preetz im Test!


Harte Schicksale

Ein Tag im Leben eines Alkoholikers


Spurlos verschwunden!

Mitg1ied der Volleyballsparte untergetaucht


Mark hat immer was 

Neue Ausreden, 

neue Entschuldigungen,

alte Knochen

Danksagung

Die Redaktion der FT Press möchte sich im Namen der Mannschaft der Freien Turnerschaft Preetz e.V. herzlich bei der Kuchenfee für die lukullische Stärkung und den moralischen Zuspruch an den harten Auswärtsspieltagen bedanken.

Allerdings möchte sie auch zu bedenken geben, daß die Verabreichung von Mandelkuchen zu zeitweiligen Lähmungserscheinungen auf dem Spielfeld führen kann, während Apfelkuchen offenbar nur positive Auswirkungen auf den Organismus zu haben scheint.

Rechnerisch ergibt sich daraus für Apfel- gegen Mandelkuchen 3:1 zu 1:3.

Neue Serie!!!

Kochrezepte mit Mama Thias


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Der ADAC-Report

Starke Leistung, überdurchschnittliches Design und höchster Komfort: Das sind die herausragenden Merkmaie des FT-Mannschaftsbusses, der exklusiv für FT-Press vom ADAC getestet wurde.

Bewertung: Der Mannschaftsbus der FT Preetz fällt insgesamt absolut positiv auf. Fahrtechnisch sind besonders das enorme Beschleunigungsvermögen sowie die gute Straßenlage hervorzuheben. Etwas Probleme verursacht dabei jedoch das Kupplungsverhalten.

Das beste Merkmal des Busses ist der enorme Innenraum. Im hinteren Teil finden bis zu sechs Personen sowie etliche Kisten Bier Platz. Eingebaute Notsysteme (Kühlschrank, Wasseranschluß) ermöglichen das Überleben auch in schwierigen Situationen. Weiter besteht die Möglichkeit, die Sitzkombination in eine bequeme Schlafmöglichkeit zu verwandeln.

Äußerst angenehm fällt auch das Design auf. Der Innenraum ist geschmackvoll mit feinster Eiche und edelsten Orientteppichen ausgestattet. Die windschnittige Karosserie ist in dezentem blau gehalten und am Heck mit dem Vereinslogo versehen. Kurzum: Das perfekte FT-Mobil.

 

Technische Daten:

Hubraum

12500 cm3

Baujahr

ca. 1920

Leistung

ca. 5000 PS

Höchstgeschw.

110 (objektiv)

250(subjektiv)

Fahrgeräusch

225 dB

Sitzplätze

6-9

Bremsanlage

ausreichend

Eigengewicht

hoch

zul. Gesamtgew.

gewaltig

Zuladung

unglaublich

Länge

variabel

 

Ein Tag im Leben eines alkoholabhängigen Volleyballers

Mit zitternden Händen steht er auf dem Feld - ein grauenhafter Anblick. Die Bälle fliegen ihm um die Ohren, ohne daß er etwas dagegen unternehmen kann. Schnell gerät er in hohen Rückstand. Irgendetwas muß geschehen. Er greift zur Flasche. Wie Balsam rinnt der Gerstensaft durch seine rauhe Kehle. Seine Lebensgeister erwachen zu neuem Leben. Neue Kraft fließt wie elektrischer Strom durch seine Muskeln. Das Spiel kippt, er gewinnt, die Flensburger Taktik hat wieder einmal Erfolg gehabt. Na denn: Prost!


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Turnier-Report '95

Eine Erfolg- und Ereignisreiche Turniersaison liegt hinter Teilen der 1. Herrenmannschaft der FT Preetz, Glanzstücke des Volleyballsports, die es verdienen, in einem FT-Press~Sonderbericht gebührend hervorgehoben zu werden

19. - 21. Mai :Beachvolleyball in Bremen:

Die hochgesteckten Erwartungen der sechs Preetzer Volleyballpioniere, die sich auf den Weg gemacht hatten, die Bremer Beach-Szene aufzumischen, wurden bereits kurz nach verlassen des Mannschaftsbusses zunichte gemacht. An die Vorstellung, ohne Meeresrauschen und Möwengekreische im Hintergrund auskommen zu müssen, hatte man sich schon fast gewöhnt, doch der Gedanke, das Turnier in völliger Einsamkeit verbringen zu müssen, machte schwer zu schaffen. Nachdem das Lager aufgeschlagen und das Lagerfeuer entfacht worden war, hielt Sven C. die Frustration über den Mangel an weiblichem Unterhaltungspersonal nicht länger aus und brach zur Belustigung seiner Mit- und Gegenspieler über den Grill.

Am nächsten Morgen kroch man, geschwächt vom Alkoholkonsum und von nächtlichen Temperaturen weit unterhalb des Gefrierpunktes, auf das Spielfeld, wo man, vor Kälte von einem Bein auf das andere tänzelnd, relativ kläglich abschnitt. Lediglich dem Preetzer Spitzenteam Bonse/Carstensen gelang es, sich für die Endrunde und damit für einen Zweikampf mit Hauschildt und Hauschildt zu qualifizieren. Lediglich die verfrühte Abreise der Mannschaftskollegen verhinderte den Turniersieg und damit den Gewinn einer beträchtlichen Geldsumme.

Nicht völlig unbeachtet sollen hier die internen Vereinsmeisterschaften der ET bleiben, bei denen es einem namenlosen Team aus der Mark Brandenburg aufgrund von schlechtem Wetter und mangelhaften Sichtverhältnissen gelang, sich mit viel Glück sogar gegen die oben genannten Preetzer Favoriten durchzusetzen und kurzeitig den internen Meistertitel an sich zu bringen.

2./3. September: Heide:

Denkt man an Heide, so assoziiert man in Preetz damit im wesentlichen eines: Sauren! Etliche Liter dieses edlen Getränkes wurden am Abend innerhalb weniger Stunden zunichte gemacht, sowohl von Preetzern als auch von bisher armen Ungläubigen. Dies stieß zwar nicht auf allgemeine Zustimmung (,,Nicht da hinlegen, das ist Preetz! Die kotzen immer alles voll!"), war jedoch von Erfolg gekrönt. So zog sich Sven am Ende der Party gemeinsam mit Nicole zum Stereobrechen auf den Sportplatz zurück, währen andere noch nicht genug hatten und noch einen Abstecher in den örtlichen


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Zappelbunker "Ouick" zur gerade stattfindenden Konfirmationsfeier des Jugendvereines unternahmen, wo sie den Reizen der Weiblichkeit nur schwer widerstehen konnten.

Schwer angeschlagen schleppte man sich so am Morgen in die Halle, wo man feststellte, daß es Mannschaften gibt, die selbst in volltrunkenem Zustand zu schlagen sind. Nach und nach kamen jedoch die volleyballerischen Instinkte wieder zurück, so daß in einem packenden Finale der Gegner einer mitreißend kämpfenden FT-Mannschaft knapp niedergerungen werden konnte.

11. - 13. August: Belgien:

Absoluter Höhepunkt der Turnier-Saison war wieder einmal Belgien, das bereits vor seinem Beginn durch die Abwesenheit einer Person namens Nadja N. (wir berichteten) zu einem besonderen Erlebnis zu werden versprach. Kurz nach der Ankunft war bereits die erste Flasche Saurer geöffnet, und als sich die meisten Mitglieder der Truppe zur Ruhe legten, war der mitgebrachte Vorrat bereits auf ein Minimum geschrumpft. Dementsprechend unterzog diesmal sage und schreibe die Hälfte der Mannschaft ihre Mägen einer vollständigen Entleerung (unter ihnen - wie könnte es anders sein- selbstverständlich auch Sven C.), was keineswegs zur Spielqualität am nächsten Morgen beitrug. Sturzbetrunken stand man auf dem Spielfeld, und wie durch ein Wunder kam es nicht nur zu keinen Verletzungen, das Spiel wurde sogar gewonnen!

Im weiteren Verlauf des Tages wurde der potentielle ,Turnier-Sieger auf dem Außenfeld aufgrund der vielfältigen Outdoor-Erfahrungen einiger Spieler klar besiegt, so daß am nächsten Tag der Weg ins Halbfinale offenstand. Dieses wurde in einem wohl einmaligen Spiel, in dem alle Spieler scheinbar über sich hinauswuchsen, gewonnen, und der Traum eines jeden FT-Mitgliedes (insbesondere gewisser nichtmitgereister Zuspieler) wurde wahr: Finale in Belgien!!

Kaum jemand kann sich wohl vorstellen, wie knapp diese Spiel ausging, der nicht dabei gewesen ist. Ob es mangelhafte Schiedsrichterleistung oder der fortgeschrittene Alkoholpegel des Zuspielers war, fest steht, daß sich dieses Turnier trotz des verlorenen Finales fest in die Erinnerungen aller Teilnehmer eingebrannt hat. Dazu trug wohl auch der letzte Abend bei, der besonders für Baggerfahrer Carsten Svensson von Erfolg gekrönt war. Doch auch Mark H. hatte sichtlich Vergnügen daran, eine von ihm neu entwickelte Therapie für Knieverletzungen an einem geeigneten Studienobjekt zu erproben.

Es bleibt die Frage nach den Daheimgebliebenen, armen Geschöpfen, einsam und isoliert, von jeder Art von Vergnügen ausgeschlossen. Sollte man sie auf Kosten des Erfolges wieder in die Mannschaft integrieren, oder hat die Erfahrung gezeigt, daß es ohne sie besser geht?


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Immer Ärger mit

Mark Hartmutsen

Bereits während der letzten Saison glänzte unser Sportfreund des öfteren durch Abwesenheit, die er mit diversen Urlaubsreisen und seiner Tätigkeit beim Bootsbau zu entschuldigen versuchte. Glaubte man zu Beginn dieser Saison noch, daß diese ominösen Zustände nun endlich der Vergangenheit angehören wurden, so belehrte Herr Hartmutsen seine Kameraden flugs eines besseren. Während einer Trainingseinheit, an der er ohnehin nur sporadisch teilgenommen hatte, ließ er sich auf eine spektakuläre Weise fallen, wie sie wohl nur ein Fußballer bei einer Schwalbe zu steigern vermag. Doch während dieser dafür mit einer gelben Karte verwarnt werden wurde, setzte sich unser Sportsfreund erst einmal für ein halbes Jahr zur Ruhe. In seinem neu erworbenen Eigenheim verbringt er seitdem seine Abende gemütlich vor dem Kamin oder mit einer Tüte Kartoffelchips vor dem Fernseher, während sich seine Kameraden Woche für Woche beim Training und in den Punktspielen abstrampeln

Dennoch wünschen ihm seine Mitspieler eine baldige Genesung, auf das er nach dieser langen Abwesenheit seinen erneuten Einstand mit einer Kiste erfrischend anderen Bieres feiern möge. Plopp!

Hausfrauentipps mit

Mama Thias

Heute: Erbrochenes ä la Svenson Zutaten: Einige Pilsbiere, einige Saure, etwas Grillfleisch und sonst gar nix.

Zubereitungszeit: Wenn es schnell gehen soll, ca. 5 Minuten.

Vorbereitung: Für ein richtiges Erbrochenes ä la Svenson sollte man sich Zeit und vor allem Ruhe gönnen. Das schönste Ambiente erreicht man auf einsamen Sportplätzen im Frühsommer. Den Grill gut vorglühen, alles gemütlich herrichten (am besten ein paar Freunde einladen) und die Vorbereitungszeit dazu nutzen, einige (nicht zu viele) Biere pilsener Brauart und wenige (unbedingt heimische) Saure zu sich zu nehmen.

Zubereitung: Das Grillfleisch auflegen, kurz von beiden Seiten anbräunen, einige der üblichen schwachsinnigen Witze erzählen und dann mittels kurzen heftigen Aufstoßens das Grillfleisch mit Erbrochenem übertürmen.

Besondere Tipps: Seien Sie vorsichtig beim Ablöschen, es können sich übelriechende Gase entwickeln!

Zu dem Erbrochenen ä la Svenson reicht man etwas Weißbrot.

 

Viel Spaß! Eure Mama Thias


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Sehr geehrte Leser,

der an dieser Stelle vorgesehene Beitrag "Ein Appell" traf erst nach Drucklegung in der Redaktion ein und kann daher erst in der nächsten Ausgabe (voraussichtlich am 13. Januar 1996) erscheinen.

Bis dahin wünschen wir unseren Lesern ein fröhliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Die Redaktion

 

Um die Spannung über die Feiertage etwas zu mildern, hier bereits ein kurzer Auszug aus dem Artikel:

Zudem wußte er die Vorbildfunktion sowohl in sportlicher als auch in menschlicher Hinsicht insbesondere für unseren jüngsten Mannschaftskameraden Zu übernehmen, der ihm seitdem zwar nach Kräften bemüht nacheifert, ohne allerdings seine formvollendete Tugendhaftigkeit je auch nur annähernd erreicht zu haben.

Nach langer, schwerer Krankheit scheinbar schon auf dem Wege der Besserung ging unser verehrter Kamerad

 

Carsten Meißner

 

völlig unerwartet von uns

In tiefer Trauer

Michael Sven Hartmut Fabian Mathias Ulrich Sönke Dierck

Impressum

Herausgeber & Redaktion:
Bomber & Bonse
Special Thanx to Ulli

Special Sorry to S.C. Auflage: ca. 20

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